Fraktion Die Linke im Stadtrat Hilden

Unser Programm
für Hilden

Gemeinsam für Hilden: Vielfalt ist unsere Stärke, Solidarität unsere Pflicht.

Hilden ist kein Ort für Einfalt, sondern ein Zuhause für 122 Nationalitäten. Ob alteingesessen oder neu zugezogen, ob mit oder ohne Behinderung, ob alt oder jung, queer, religiös oder konfessionslos: Unsere Stadt lebt von der Vielfalt der Lebensentwürfe. Doch Vielfalt allein ist kein Selbstzweck. Sie braucht ein stabiles Fundament aus sozialer Gerechtigkeit und - vor allem - gegenseitigem Respekt.

Wir schauen nicht weg. Respekt bedeutet für uns mehr als nur Toleranz. Es bedeutet die kompromisslose Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben, unabhängig vom Geldbeutel oder der Herkunft. Wir werden niemals zulassen, dass Rassismus, Sexismus oder Ausgrenzung in unserer Stadt zur Normalität werden. Demokratie und Menschenrechte sind für uns nicht verhandelbar.

Haltung braucht Taten. Wir unterstützen aktiv alle Initiativen, die sich für Demokratie und gegen Fremdenfeindlichkeit starkmachen. Aber wir gehen weiter: Wir kämpfen gegen die strukturelle Benachteiligung, die oft mit Diskriminierung einhergeht. Wer am unteren Ende der sozioökonomischen Leiter steht, braucht besonderen Schutz. Wir sind im Rat und seinen Ausschüssen die Stimme derjenigen, die sonst keine Stimme haben.

Wir fangen im Kleinen an, hier in Hilden, um das Große zu bewahren. Gemeinsam. Mit Rückgrat und Solidarität.

Mit Dir. Für ein gerechtes Hilden. Für uns alle.

Mitreden. Mitgestalten.

Demokratie darf kein Privileg für diejenigen sein, die Zeit und Kontakte haben. In Hilden wird zu oft über die Köpfe der Menschen hinwegentschieden, die von steigenden Mieten oder fehlenden Kitaplätzen direkt betroffen sind. Wir kämpfen dafür, dass Deine Stimme Gewicht hat. Unabhängig von Deiner Herkunft oder Deinem Einkommen.

  • Der Hildener Bürgerrat: Wir führen einen durch Losverfahren besetzten Bürgerrat ein. Durch gezielte Quoten stellen wir sicher, dass hier nicht nur die üblichen Verdächtigen sitzen, sondern ein echter Querschnitt unserer Stadt – vom Auszubildenden bis zur Rentnerin. Ihre Empfehlungen müssen im Stadtrat verpflichtend beraten und öffentlich begründet werden.

  • Hürden für Bürgerentscheide senken: Wir wollen direkte Demokratie erleichtern. Wenn Bürgerinitiativen sich für soziale Belange oder den Erhalt öffentlicher Infrastruktur einsetzen, darf die Politik sie nicht mit bürokratischen Tricks ausbremsen.

  • Bürgerkonferenzen statt Hinterzimmer: Politik muss dorthin, wo die Menschen leben. Wir etablieren regelmäßige, offene Konferenzen direkt mit Verwaltung und Politik. Sie müssen dort Rede und Antwort stehen. Auf Augenhöhe und in verständlicher Sprache.

  • Digitale Teilhabe ohne Barrieren: Wir arbeiten für die Einführung einer Online-Beteiligungsplattform nach dem Vorbild von „Consul“. Doch Digitalisierung darf niemanden ausschließen. Beteiligungs-Terminals in öffentlichen Einrichtungen und Unterstützung bei der Nutzung gehören für uns zwingend dazu.

Transparenz im Rathaus: Wissen ist Macht. Wir teilen sie.

Gesetzliche Regeln, Verordnungen oder sonstige Vorgaben beeinflussen viele politische Entscheidungen. Die Städte müssen sich daran halten. Und nur wenige Menschen kennen sie überhaupt. Darum sind viele Entscheidungen schwer nachvollziehbar. Komplexität und der Mangel an klarer Kommunikation führen jedoch - subjektiv und objektiv - zu Intransparenz. Und Intransparenz führt unweigerlich zu Ablehnung und Misstrauen. Das werden wir ändern.

Wir stehen für ein Hilden, in dem Du die Möglichkeit hast, gehört zu werden und Einfluss zu nehmen. Das gelingt nur, wenn Du auf einfache Weise Zugang zu Informationen hast. Gemeinsam mit Dir werden wir Hilden zu einer Stadt machen, in der Demokratie erlebt und gelebt wird.

  • Klartext: Du musst in der Lage sein, politische Entscheidungen und deren Hintergründe zu verstehen. Du musst nachvollziehen können, wie und warum bestimmte Beschlüsse gefasst werden. Durch klare Informationspolitik und offene Kommunikation werden wir das Vertrauen in die lokale Politik stärken.
  • Transparenz: Wir werden die Kommunalpolitik in Hilden für Dich transparent und zugänglich gestalten. Dazu gehört die zeitnahe, zentrale, barrierefreie und leicht verständliche Veröffentlichung politischer Entscheidungen. Protokolle von Rats- und Ausschusssitzungen sind bereits für alle Bürgerinnen und Bürger auf einfache Weise zugänglich. Wichtige
  • Offenheit: Auch unsere eigene politische Arbeit wird für Dich transparent sein. Auf diesen Seiten wirst Du immer aktuelle Informationen zu unserer Arbeit finden. Du wirst jederzeit die Möglichkeit haben, nach Voranmeldung unsere Fraktionssitzungen zu besuchen, Fragen zu stellen und Anliegen an uns zu richten.

Mehr Grün. Weniger Beton.

Klimaanpassung ist (nicht nur) in Hilden eine Frage der Gerechtigkeit. Während es in den Außenbezirken oft grün und kühler ist, leiden die Menschen in den dicht bebauten Innenbezirken unter der sommerlichen Hitze. Beton speichert Wärme, Grün spendet Leben. Wir wollen Hilden so umgestalten, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner – unabhängig von ihrer Wohnlage – durchatmen können.

Es geht uns nicht um Dekoration. Es geht um die konkrete Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität in unserer Stadt. Wir werden das Schöne mit dem Nützlichen verbinden und Hilden grüner machen. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen der Klimakrise.

  • Hitze-Hotspots entschärfen: Wir fordern eine gezielte Entsiegelung in den Vierteln, die in Hilden am stärksten belastet sind. Schulhöfe und öffentliche Plätze müssen von Asphaltwüsten zu grünen Oasen werden.

  • Soziale Begrünungssatzung: Wir setzen uns für eine Satzung ein, die bei Neubauten Dach- oder Fassadenbegrünung vorsieht. Die Kosten dafür dürfen jedoch nicht auf die Mieten umgelegt werden! Klimaschutz muss für Vermieter eine Pflichtaufgabe sein, keine Renditemaschine.

  • Bäume statt Parkplätze im Zentrum: Wo immer es möglich ist, wollen wir Straßenbäume nachpflanzen. Wir priorisieren den Erhalt des alten Baumbestands, wo immer es möglich ist. 

  • Die Itter als Lebensader: Wir unterstützen die ökologische Umgestaltung der Itter. Unser Ziel ist ein durchgängiger Grünzug, der als Frischluftschneise fungiert und gleichzeitig den Hochwasserschutz für die angrenzenden Wohngebiete verbessert.

Jugend braucht Raum.

Jugendliche benötigen Orte, an denen sie zusammenkommen und sich wohlfühlen können. Doch die Zahl dieser Orte sinkt. Jugendtreffs und -zentren werden geschlossen und Angebote reduziert. Die Mittel dafür werden mit Verweis auf den Haushalt gestrichen. Gleichzeitig beschweren sich viele Menschen über gelangweilte Jugendliche in der Innenstadt. Langeweile führt zu Frustration. Das Ergebnis kennen wir alle. Doch wohin sollen junge Menschen gehen, wenn es keine Orte nur für sie gibt?

Wir wollen Jugendlichen den Raum geben, den sie brauchen. Denn die Unterstützung und Förderung der Jugend in unserer Stadt ist keine lästige Mehrausgabe. Sie ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft Hildens.

  • Raum: Wir werden den Jugendlichen in Hilden Raum geben, um sich zu entfalten und ihre Zeit sinnvoll zu investieren. Das Land, der Bund und die EU stellen Fördermittel für besondere Jugendprojekte bereit. Diese Förderungen werden wir nutzen, wo immer es möglich ist.
  • Mittel: Wir werden sicherstellen, dass in Jugendarbeit und -angebote investiert wird. Das betrifft das Personal, die Räume und die Strukturen.
  • Orte: Wir wollen Einrichtungen schaffen, die nicht nur der Freizeitgestaltung dienen, sondern auch der Bildungsförderung. Gemeinschaftliche Lernräume sollen als Orte dienen, an denen Jugendliche gemeinsam mit- und voneinander lernen können. Wir werden für kostenfreie Freizeitangebote arbeiten, die mehr als nur Schule und Ganztag vorsehen.

    Kinder wollen spielen. Wir müssen liefern.

    In einer dicht bebauten Stadt wie Hilden sind Spielplätze für alle Kinder lebensnotwendig. Doch fast überall bietet sich das gleiche Bild: statt moderner Kletterlandschaften verrottende Sandkästen. Das ist nicht zu akzeptieren. Wir wollen, dass Spielzeit für alle möglich ist. Sicher. Sauber.

      • Sanierungsoffensive statt Flickschusterei: Wir fordern einen  Sanierungsplan für Hildener Spielplätze. Priorität haben die Plätze in den Gebieten mit hohem Geschosswohnungsbau. Ein Spielplatz in Laufnähe muss Standard sein.

      • Das Spielmobil sichern: Das Spielmobil ist das „Herz auf Rädern“ unserer Kinder- und Jugendarbeit. Wir fordern eine dauerhafte Finanzierungsgarantie im Haushalt. Konservativen Kürzungsdebatten erteilen wir eine klare Absage.

      • Rückkehr der Stadtranderholung: Wir führen die Stadtranderholung wieder ein. Als echtes Ferienhighlight für alle Kinder, nicht nur als „Betreuungslösung“. Die Beiträge müssen sozial gerecht nach Einkommen gestaffelt werden. Für Bezieher von Sozialleistungen muss die Teilnahme kostenlos sein.

      • Inklusion ernst nehmen: „Spielplatz für alle“ heißt auch: Wir brauchen mehr inklusive Spielgeräte, damit Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam toben können.

    Wohnen darf kein Luxus sein. Haltung gegen Miethai und Spekulation.

    Hilden ist für Geringverdiener und selbst für Normalverdiener kaum noch bezahlbar. Während Immobilienkonzerne wie die LEG Dividenden ausschütten, verrotten Wohnungen im Hildener Norden.
    Wir sagen: Wer in Hilden baut, muss der Gemeinschaft dienen, nicht dem Shareholder-Value.

    • Radikale Quote für bezahlbaren Wohnraum: Wir fordern eine Erhöhung der Quote für öffentlich geförderten Wohnungsbau auf mindestens 50 % bei allen neuen Bebauungsplänen. Wer das nicht leisten will, darf in Hilden nicht bauen.
    • Zweckentfremdungssatzung: Wir werden nicht länger zusehen, wie Wohnraum als Spekulationsobjekt leer steht oder in gewerbliche Ferienwohnungen umgewandelt wird. Hilden braucht eine Satzung, die für absichtlichen Leerstand Sanktionensmöglichkeiten vorsieht und die Stadt ermächtigt, Wohnraum wieder dem Markt zuzuführen.
    • Stärkung der Gemeinnützigkeit: Wir fordern Vorrang für Genossenschaften und die städtische Wohnungsbaugesellschaft bei der Vergabe von städtischen Grundstücken. Und zwar zum Festpreis statt zum Höchstgebot. Boden ist kein Spekulationsobjekt
    • Mieterschutz stärken: Wir fordern die Einrichtung einer kostenlosen Mieterberatung. Wer Probleme mit der LEG oder anderen Großvermietern hat (Mängel, Mieterhöhungen), darf nicht alleine gelassen werden.
    • Konsequentes Einschreiten:  Bei Verwahrlosung durch Großvermieter fordern wir eine "Wohnungsaufsicht" auf kommunaler Ebene. Wer Miete kassiert, muss bewohnbaren Raum garantieren – notfalls durch Ersatzvornahme auf Kosten des Vermieters.