Die CDU Hilden möchte prüfen lassen, ob die Offene Ganztagsschule (OGS) künftig auch von privaten Trägern übernommen werden kann
Worum geht es?
In einem Facebook-Post verkündet die CDU Hilden am 07. Juli, also kurz vor den Sommerferien, dass sie (Zitat) "neue Wege für die Ganztagsbetreuung in Hilden" prüfen lassen möchte und die Verwaltung beauftragt, die Voraussetzungen für ein Pilotprojekt einer Offenen Ganztagsschule (OGS) in privater Trägerschaft zu untersuchen.
Das Ziel soll sein, (Zitat) mit einem privaten Träger ein OGS-Konzept zu entwickeln, das Hildener Sportvereine, Kulturvereine, Musikschulen und weitere lokale Bildungs- und Freizeitangebote systematisch einbindet.
Das klingt hübsch innovativ. Schließlich ergänzt der Post noch die Absicht, (Zitat) "Kindern ein noch vielfältigeres und attraktiveres Nachmittagsangebot mit Sport, Bewegung, Musik, Kultur und kreativen Aktivitäten zu ermöglichen und gleichzeitig die wichtige Arbeit unserer Vereine zu stärken."
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache
- Kooperationen gibt es längst: Die von der CDU geforderte Einbindung von Vereinen und Musikschulen findet an unseren Schulen bereits auf breiter Basis statt. Dass nicht jede Klasse fünfmal pro Woche in den Sportverein rennen kann, liegt an den biologischen und zeitlichen Grenzen von Kindern nach einem langen Schultag. Das ändert auch kein privater Betreiber.
- Angst um 170 Arbeitsplätze: Hinter den Kulissen geht es der CDU offenkundig um Einsparungen. Ein privater Träger rechnet sich über das Personal. Rund 170 städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Küche und Betreuung müssten um ihre tariflichen Sicherheiten, ihren Urlaub und ihre Gehälter fürchten. Nach einer kurzen Übergangsfrist drohen Lohndumping und Billigkräfte. Eine hohe Fluktuation wäre die Folge. Kinder hätten auf Dauer keine verlässlichen Bezugspersonen mehr.
- Gefahr für das Kindeswohl: Öffentliche Trägerschaft bedeutet enge Vernetzung mit dem Jugendamt, dem ASD und Schulsozialarbeit. Private Träger, die über den Preisvorteil in Ausschreibungen gewinnen müssen, sparen am Overhead, an Qualifikationen und an Fachkräften. Das gefährdet das Kindeswohl und führt zu einer reinen "Verwahrung" statt zu guter Pädagogik.
Die Realität sieht anders aus
Das immense Defizit im offenen Ganztag von mittlerweile 16 Millionen EUR geht auf das Konto einer Landesregierung, die sich weigert, den Kommunen die Mittel für Aufgaben bereitzustellen, die sie verpflichtend erfüllen müssen. Statt hier endlich Druck aufzubauen und Forderungen zu stellen, lehnt die CDU entsprechende Initiativen im Stadtrat lieber ab. Schließlich möchte man den eigenen Leuten in Düsseldorf nicht in die Parade fahren.
Für uns steht fest: Bildung und Betreuung sind keine Handelsware für profitorientierte Einzelinteressen!
Der offene Ganztag in Hilden gehört weiterhin in die öffentliche Hand, sonst nirgendwo hin!